Kritik der reinen Vernunft A 42 / B 59, Transcendental Aesthetic §8, general remarks (AA 3:65.17–22)korpora.org, AA III 65
Was es für eine Bewandtniß mit den Gegenständen an sich und abgesondert von aller dieser Receptivität unserer Sinnlichkeit haben möge, bleibt uns gänzlich unbekannt. Wir kennen nichts als unsere Art, sie wahrzunehmen, die uns eigenthümlich ist, die auch nicht nothwendig jedem Wesen, ob zwar jedem Menschen, zukommen muß. Mit dieser haben wir es lediglich zu thun.
How it may stand with objects in themselves and apart from all this receptivity of our sensibility remains entirely unknown to us. We know nothing but our way of perceiving them, which is peculiar to us and which need not belong to every being, though it does to every human being. With this alone have we to do. — the project
Kritik der reinen Vernunft A 43 / B 60, Transcendental Aesthetic §8, general remarks (AA 3:65.28–66.04)korpora.org, AA III 65–66
Wenn wir diese unsre Anschauung auch zum höchsten Grade der Deutlichkeit bringen könnten, so würden wir dadurch der Beschaffenheit der Gegenstände an sich selbst nicht näher kommen. Denn wir würden auf allen Fall doch nur unsre Art der Anschauung, d. i. unsere Sinnlichkeit, vollständig erkennen und diese immer nur unter den dem Subject ursprünglich anhängenden Bedingungen von Raum und Zeit; was die Gegenstände an sich selbst sein mögen, würde uns durch die aufgeklärteste Erkenntniß der Erscheinung derselben, die uns allein gegeben ist, doch niemals bekannt werden.
Even if we could bring this intuition of ours to the highest degree of distinctness, we would thereby come no nearer to the constitution of objects in themselves. For in any case we would only cognize completely our way of intuiting, that is, our sensibility, and this always only under the conditions of space and time that originally attach to the subject; what objects may be in themselves would never become known to us through even the most enlightened cognition of their appearance, which is all that is given to us. — the project
Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten können §13, Anmerkung II (AA 4:289.03–14)korpora.org, AA IV 289
Ich dagegen sage: es sind uns Dinge als außer uns befindliche Gegenstände unserer Sinne gegeben, allein von dem, was sie an sich selbst sein mögen, wissen wir nichts, sondern kennen nur ihre Erscheinungen, d. i. die Vorstellungen, die sie in uns wirken, indem sie unsere Sinne afficiren. Demnach gestehe ich allerdings, daß es außer uns Körper gebe, d. i. Dinge, die, obzwar nach dem, was sie an sich selbst sein mögen, uns gänzlich unbekannt, wir durch die Vorstellungen kennen, welche ihr Einfluß auf unsre Sinnlichkeit uns verschafft, und denen wir die Benennung eines Körpers geben; welches Wort also blos die Erscheinung jenes uns unbekannten, aber nichts desto weniger wirklichen Gegenstandes bedeutet. Kann man dieses wohl Idealismus nennen? Es ist ja gerade das Gegentheil davon.
I, on the contrary, say: things are given to us as objects of our senses situated outside us, but of what they may be in themselves we know nothing; we know only their appearances, that is, the representations they produce in us by affecting our senses. Accordingly I do indeed grant that there are bodies outside us, that is, things which, though wholly unknown to us as to what they may be in themselves, we know through the representations their influence on our sensibility procures for us, and to which we give the name of a body; which word therefore signifies merely the appearance of that object which is unknown to us but no less real for that. Can this be called idealism? It is the very opposite of it. — the project