§32 (AA 4:314.33–315.06)korpora.org, AA IV 314–315
In der That, wenn wir die Gegenstände der Sinne wie billig als bloße Erscheinungen ansehen, so gestehen wir hiedurch doch zugleich, daß ihnen ein Ding an sich selbst zum Grunde liege, ob wir dasselbe gleich nicht, wie es an sich beschaffen sei, sondern nur seine Erscheinung, d. i. die Art, wie unsre Sinnen von diesem unbekannten Etwas afficirt werden, kennen. Der Verstand also, eben dadurch daß er Erscheinungen annimmt, gesteht auch das Dasein von Dingen an sich selbst zu, und so fern können wir sagen, daß die Vorstellung solcher Wesen, die den Erscheinungen zum Grunde liegen, mithin bloßer Verstandeswesen nicht allein zulässig, sondern auch unvermeidlich sei.
Indeed, if we regard the objects of the senses, as is proper, as mere appearances, we thereby at the same time grant that a thing in itself underlies them, even though we do not know it as it is constituted in itself but only its appearance, that is, the way our senses are affected by this unknown something. The understanding, then, precisely by admitting appearances, also admits the existence of things in themselves, and to that extent we can say that the representation of such beings as underlie the appearances, hence of mere beings of the understanding, is not only admissible but also unavoidable. — the project