Anhang, Kritik der Kantischen Philosophie, the opening paragraph, the sentences from »Er zeigte, daß die Gesetze« to »wie das Eichhörnchen im Rade« (ZA II 516)zeno.org, Zürcher Ausgabe vol. 2, Anhang (fetched 2026-10-14; the reading checked against Grisebach's text at Projekt Gutenberg-DE)
Er zeigte, daß die Gesetze, welche im Daseyn, d.h. in der Erfahrung überhaupt, mit unverbrüchlicher Nothwendigkeit herrschen, nicht anzuwenden sind, um das Daseyn selbst abzuleiten und zu erklären, daß also die Gültigkeit derselben doch nur eine relative ist, d.h. erst anhebt, nachdem das Daseyn, die Erfahrungswelt überhaupt, schon gesetzt und vorhanden ist; daß folglich diese Gesetze nicht unser Leitfaden seyn können, wann wir an die Erklärung des Daseyns der Welt und unserer selbst gehn. Alle früheren occidentalischen Philosophen hatten gewähnt, diese Gesetze, nach welchen die Erscheinungen an einander geknüpft sind und welche alle, Zeit und Raum sowohl als Kausalität und Schlußfolge, ich unter den Ausdruck des Satzes vom Grunde zusammenfasse, wären absolute und durch gar nichts bedingte Gesetze, aeternae veritates, die Welt selbst wäre nur in Folge und Gemäßheit derselben, und daher müsse nach ihrem Leitfaden das ganze Räthsel der Welt sich lösen lassen. Die zu diesem Behuf gemachten Annahmen, welche Kant unter dem Namen der Ideen der Vernunft kritisirt, dienten eigentlich nur, die bloße Erscheinung, das Werk der Maja, die Schattenwelt des Plato, zur einzigen und höchsten Realität zu erheben, sie an die Stelle des Innersten und wahren Wesens der Dinge zu setzen, und die wirkliche Erkenntniß von diesem dadurch unmöglich zu machen: d.h., mit einem Wort, die Träumer noch fester einzuschläfern. Kam zeigte jene Gesetze, und folglich die Welt selbst, als durch die Erkenntnißweise des Subjekts bedingt; woraus folgte, daß, soweit man auch am Leitfaden jener weiter forschte und weiter schlösse, man in der Hauptsache, d.h. in der Erkenntniß des Wesens der Welt an sich und außer der Vorstellung, keinen Schritt vorwärts käme, sondern nur sich so bewegte, wie das Eichhörnchen im Rade.
He showed that the laws which rule in existence, that is, in experience in general, with inviolable necessity, are not to be applied in order to derive and explain existence itself, that hence the validity of these is after all only a relative one, that is, begins only after existence, the world of experience in general, is already posited and present; that consequently these laws cannot be our guiding thread when we go about the explanation of the existence of the world and of ourselves. All earlier occidental philosophers had imagined that these laws, according to which the appearances are linked to one another and all of which, time and space as well as causality and inference, I comprise under the expression of the principle of sufficient reason, were absolute laws conditioned by nothing whatever, aeternae veritates, that the world itself was only in consequence of and in conformity with them, and that therefore along their guiding thread the whole riddle of the world must let itself be solved. The assumptions made to this end, which Kant criticizes under the name of the ideas of reason, served really only to raise mere appearance, the work of Maya, Plato's world of shadows, to the sole and highest reality, to set it in the place of the innermost and true essence of things, and thereby to make real cognition of this impossible: that is, in a word, to lull the dreamers still more soundly to sleep. Kant showed those laws, and consequently the world itself, to be conditioned by the subject's mode of cognition; from which it followed that, however far one might go on inquiring and inferring along the guiding thread of those laws, in the main matter, that is, in the cognition of the essence of the world in itself and outside representation, one would come not one step forward, but would only move as the squirrel does in its wheel. — the project